Rhodos – Ostküste Teil 1 – Stadtkern und Akropolis von Lindos

Azurblaue Bucht, strahlend weiß leuchtende Gebäude, darüber imposante Festungsmauern auf einem Hügel, die teilweise noch von Säulen überragt werden – das ist der erste Blick, den man auf DEN Tourismushotspot auf Rhodos erhascht – Lindos!

Lindos ist ein kleines Dorf an der Ostküste von Rhodos, ziemlich mittig gelegen. Es ist berühmt für seine antike Akropolis, die sich auf dem Hügel über den weißen Häuschen befindet, umgeben von dem Festungsmauerwerk der Johanniter – somit auch in Lindos geschichtlich wieder ein Mix aus Antike und Mittelalter, den man oft auf Rhodos findet.


Anfahrt und Parken

In, um und auf Lindos waren wir knapp einen halben Tag unterwegs – früh da zu sein lohnt sich, da, wie eingangs schon erwähnt, Lindos das Ausflugsziel für Rhodos Urlauber ist. Jeder Ausflugsanbieter hat Lindos fest im Programm und auch die Mietwagen steuern in der Hauptsaison beinahe karawanengleich auf Lindos zu.

Die Anfahrt mit dem Mietwagen gestaltet sich größtenteils unkompliziert – einfach der Hauptstraße an der Ostküste folgen und ihr kommt fast zwangsläufig an Lindos vorbei. Orientierungsunterstützung gibt es zudem durch Straßenschilder.
In Lindos selbst einen Parkplatz finden ist dann schon ein wenig anstrengender, da man sich durch viel zu schmal wirkende Gassen an anderen Autos und an kreuz und quer laufenden Urlaubern entlang schlängeln muss. Aber es funktioniert, insbesondere auch durch zwei Ordner, die den Verkehr an der Zufahrtsstraße zu den Parkplätzen im Ort regeln.
Wenn ihr euch das Gedränge an steigungsvollen Straßen ersparen wollt, befinden sich auch entlang der Straße nach Lindos hinein einige Parkplätze oder aber ein großer Parkplatz an der Zufahrtsstraße zu zuvor genannter Straße; dieser wird jedoch hauptsächlich von den großen Reisebussen genutzt.

Um das Ganze ein wenig besser zu veranschaulichen, hier ein OpenStreetMap Kartenausschnitt, in dem ich euch den von uns genutzten Parkplatz, die Akropolis und den direkten Weg dorthin farblich markiert habe:

lindos_karte_parken_akropolis_worldtravlr_net

Kurz vor dem von uns genutzten Parkplatz (im Kartenausschnitt lila umrandet) befinden sich auch noch weitere Parkplätze (im Kartenausschnitt entlang der gepunkteten blauen Linie), diese sind aber erstens schnell vergriffen und zweitens kostenpflichtig – fahrt also lieber noch 200 Meter weiter zu dem Schotter- bzw. Sandparkplatz, auf dem ihr kostenlos parken könnt (Schilder mit „free parking“ weisen auch auf diesen Parkplatz hin, merkwürdigerweise haben aber nur wenige Reisende darauf geachtet).


Stadtkern von Lindos mit Panagia Kirche

Ausgangspunkt in die Altstadt von Lindos und damit auch Richtung Akropolis ist ein Kreisel, im Kartenausschnitt mittig zu finden.

Die Altstadt von Lindos könnte mit ihren schmalen, verwinkelten Gassen eigentlich etwas Heimeliges haben; dies ist aber aufgrund der sehr starken Tourismusausrichtung (noch stärker als in der Altstadt von Rhodos Stadt) kaum (noch) zu spüren. Ab 10 Uhr schieben sich Menschenmassen durch die engen Wege, sodass einen das Treiben eher an einen Samstagvormittag in einer größeren deutschen Innenstadt erinnert…

rhodos_rhodes_lindos_akropolis_worldtravlr_net-5796

Aufgrund dessen sind wir nach einigen „Abbiegeversuchen“ in vermeintlich ruhigere Gassen dann auch auf direktem Wege (im Kartenausschnitt durchgezogene blaue Linie) Richtung Akropolis gegangen. Lediglich an der Panagia Kirche haben wir einen kurzen Halt gemacht, da der Glockenturm in dem kräftigen Beigeton zwischen all den weißen Fassaden hervorsticht und dadurch in den Vorinnenhof der Kirche lockt.
In der Panagia Kirche selbst soll es übrigens einige bedeutsame Fresken und ein Wandbild des Jüngsten Gerichts zu bewundern geben, die wir uns aber nicht weiter angeschaut haben.


Akropolis von Lindos

Nachdem ihr die Altstadt hinter euch gelassen habt, beginnt auch schon die Treppe, die euch etliche Stufen den Hügel hinauf zur Akropolis bringt.

An dieser Stelle einige Hinweise und Tipps:
– Die Stufen sind größtenteils sehr rutschig, da sie stark abgelaufen sind. Wir haben etliche Urlauber gesehen, die mit ihren Flipflops ausgerutscht sind. Festes Schuhwerk ist daher wirklich nur zu empfehlen!
– Es gibt kein Geländer, auch nicht an der Abhangseite. Insbesondere kleinere Kinder sollte man daher gut im Blick behalten oder, wie es etliche Eltern gemacht haben, direkt an die Hand nehmen.
– Rhodos heißt nicht umsonst die Sonneninsel – gerade in der Hauptsaison klettern die Temperaturen gerne mal über 40 Grad, dazu weht an der Ostküste so gut wie nie Wind, was den Aufstieg durchaus ein wenig anstrengend machen kann. Nichtsdestotrotz ist der Aufstieg gut machbar, aber für Reisende, die die Anstrengung scheuen, gibt es die komfortable Möglichkeit ein „Eseltaxi“ für fünf Euro je Strecke (Stand Juli 2016) zu nutzen. Die Eseltaxis befinden sich am Anfang der Altstadt bei der „Eselwaschanlage“ und am Ende des Treppenaufstiegs kurz vor dem Kassenhäuschen.
– Da sowohl der Aufstieg als auch das Gelände der Akropolis selbst wenig Schattenmöglichkeiten bieten und die Sonnenstrahlung ziemlich stark ist, solltet ihr euren Sonnenschutz und ggf. Getränke (die gibt es aber natürlich auch in der Altstadt zuhauf, allerdings nicht auf dem Gelände der Akropolis!) nicht vergessen.

Nachdem ihr den Aufstieg gemeistert habt, könnt ihr die Aussicht auf Lindos und den Stadtstrand von Lindos genießen. Imposanter ist jedoch ein Blick nach oben, denn vor euch ragt die gewaltige Außenmauer der alten Johanniterfestung gen Himmel.

Unter der Mauer befindet sich das Kassenhäuschen, an dem ihr zwölf Euro regulären Eintritt pro Person für den Zutritt zum Gelände der Akropolis zahlen müsst (Stand Juli 2016). Studenten, die einen gültigen Studentenausweis dabei haben (muss scheinbar kein Internationaler sein; man wird gefragt, wo man studiert und „Germany“ war als Antwort ausreichend), zahlen übrigens keinen Eintritt!

Generell ist es auf Rhodos nach unseren Erfahrungen übrigens so, dass die Eintrittspreise meistens nicht vollständig aufgelistet sind. Lediglich der reguläre Eintrittspreis ist in der Regel angeschrieben – hier hilft freundliches Fragen, ob es Sondereintrittspreise für Kinder, Studenten oder Rentner gibt!

Ein paar Schritte hinter dem Kassenhäuschen gibt es dann noch Schranken, an denen ihr den Strichcode eures Eintrittstickets scannen müsst und dann seid ihr auch schon auf dem Gelände der Akropolis! Wobei, eigentlich davor, denn zu eurer Rechten befinden sich weitere Treppenstufen, die es zu erklimmen gilt.
Zu eurer Linken befinden sich übrigens noch einige antike Steine und Bänke, an denen es zu verweilen lohnt, denn der Blick auf den Stadtstrand von Lindos ist von hier noch schöner als von der Hügeltreppe aus!

Nachdem ihr die Treppen zu eurer Rechten (auch hier wieder kein Geländer an beiden Seiten, aber dieses Mal immerhin ein Schild, das darauf hinweist) erklommen habt, durchquert man als nächstes einen kleinen Raum mit vielen antiken Säulensockeln. Dieser Raum ist übrigens das einzige Schattenplätzchen hier oben, weswegen sich hier nach einiger Zeit etliche ältere Leute und Familien mit kleinen Kindern tummeln.

Nach dem Raum geht es eine weitere kleine Treppe nach oben und dann steht ihr vor einer imposanten Reihe antiker hoher Säulen.
Zu eurer Rechten befindet sich noch eine alte Mauer aus Johanniterzeiten, zu eurer Linken zweimal ein Säulengebilde aus jeweils drei Säulen am Rande der Außenmauern – wirklich ein schönes Fotomotiv, zumal die meisten Reisenden sich durch die erstgenannte Säulenreihe weiter der nachfolgenden Treppe zuwenden anstatt den Blick ein wenig schweifen zu lassen.

Nachdem ihr den Bereich vor den Säulen erkundet habt, heißt es das Herzstück zu erklimmen – die Akropolis! Ihr folgt also den Besucherscharen die Treppenstufen hinauf und landet auf dem Vorplatz des Tempels. Hier befand sich in der Antike die beeindruckende Säulenvorhalle, von der leider nichts mehr übrig ist. Hier ist also Fantasie gefragt, schließt die Augen, stellt euch die mächtigen Säulen vor, die euch am Anfang der Treppe begrüßt haben, wie sie euch umgeben, dazu das Treiben vor so einem Tempel – in der Antike muss dieser Platz atemberaubend gewesen sein und galt sicherlich nicht umsonst als die schönste Akropolis zu Ehren der Göttin Athene!

Im hinteren linken Bereich dieses Platzes befindet sich übrigens der zur Hälfte wieder aufgebaute Tempel. Ansonsten hat man von hier oben durch die Lücken in dem Johannitermauerwerk einen herrlichen Rundumausblick auf Lindos, das Mittelmeer und die St. Paul’s Bay, den es zu genießen gilt.

Ferner gibt es auf dem Akropolis Gelände noch etliche Sockelsteine mit sehr gut erhaltenen Inschriften, Torbögen und andere Ausgrabungsreste aus antiker Zeit – es lohnt sich also wirklich die Akropolis mit offenen Augen und gesunder Neugier zu erkunden.

Für weitere Einblicke auch in diesem Bericht der Verweis auf das YouTube Video, das zu Beginn die Passage zu Lindos enthält (die Videos haben wir auf Rhodos tageweise gedreht, die schriftliche Berichterstattung ist nun teilweise anders aufgebaut; daher enthält das Video nach dem Part zu Lindos weitere Impressionen zu anderen Spots an der Ostküste von Rhodos):

YouTube-Video:


Fazit

Lindos ist absoluter Tourismusmagnet auf Rhodos und das zurecht. An keinem Ort sonst haben wir Besucherscharen so konzentriert erlebt.
Dies sorgt allerdings auch dafür, dass das eigene Urlaubserlebnis zunächst als beeinträchtigt wahrgenommen werden kann, da man diesen bedeutsamen Ort mit so vielen anderen teilen muss und man sich eventuell anfangs nur schwerlich auf das historische Flair einlassen kann. Dazu kann die Lindos Erfahrung gerade in der Hauptsaison aufgrund der hohen Temperaturen ziemlich anstrengend sein.
Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Besuch unserer Meinung nach – hat man seine Umgebung erst einmal ausgeblendet und genießt daraufhin einfach nur die historische Bedeutsamkeit und den Ausblick von der Akropolis aus, kann dieser Ort zu einem unvergesslichen Urlaubserlebnis werden.

Zum Ausgleich zu dem Trubel und der Anstrengung von Lindos befinden sich in unmittelbarer Umgebung übrigens etliche Strände und Badebuchten, sodass man nach dem kulturell-historischem Programm von Lindos dort wunderbar den restlichen Tag verweilen kann, insbesondere auch, um die Hitze mit einem Sprung ins kühle Nass erträglicher zu machen.

Vielen lieben Dank an dieser Stelle an die alltours flugreisen GmbH für die Unterstützung.

More from Timo Weuter

The Original Coba Maya Encounter – Alltournative – Erfahrungsbericht

Für den Besuch der Maya Ruinen von Coba haben wir uns entschlossen...
Read More

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.