„The Chewing Gum“: A Mayan Legacy – Sian Ka’an Community Tours Teil 1/2 – Das Kaugummi

Das Mexiko ein wirklich unverschämt facettenreiches Land ist, habt ihr, wenn ihr unsere letzen Berichte aufmerksam verfolgt habt, ja schon mitbekommen. Nachdem wir in der zweiten Woche ins beschaulichere Playa Del Carmen umzogen sind, um mal abseits vom Trubel und der amerikanisch angehauchten Urbanität von Cancun noch etwas mehr vom Land und den Menschen zu sehen, reizte uns ein Ausflugsziel besonders.

Der Nationalpark Sian Ka’an… Hierbei handelt es sich um ein Biosphärenreservat, welches die UNESCO 1987 zum Weltnaturerbe erklärte. Innerhalb des gut 5,2km² großen Areals gibt es den Tropischen Regenwald, Feuchtgebiete/Lagunen und ausgedehnte Küsten- und Meeresökosysteme.
Dementsprechend findet man hier nicht nur über 4.000 Pflanzenarten, sondern auch diverseste Tiere wie den Puma und Jaguar. Aber auch die Unterwasserwelt ist mit ihren Korallenriffen absolut faszinierend und sucht oftmals seinesgleichen.

Wir entschlossen uns gemeinsam mit dem Veranstalter „Community Tours Sian Ka’an“ eine Tour namens „The Chewing Gum“: A Mayan Legacy (zu Deutsch: „Das Kaugummi“: Eine Maya-Legende) zu unternehmen. Die Tour selbst besteht aus zwei Teilen, weswegen wir den Artikel hier auch bewusst teilen.
Der erste Teil besteht unter anderem daraus zu sehen wie damals zu den alten Maya-Zeiten Kaugummi hergestellt wurde. Der zweite Teil läuft dann weitaus entspannter ab, aber dazu mehr in den kommenden Tagen.

Nach einer gut vierzig minütigen Anfahrt von Playa Del Carmen aus erreichten wir den Ausgangspunkt der gut sechs stündigen Unternehmung. Dort sammelten wir fix unseren überaus freundlichen, kompetenten und englischsprachigen Guide ein. Dieser fuhr dann mit uns ein Stück (~15-20 Minuten) mit dem Auto in den Regenwald bis wir auf ein scheinbar fast seelenloses Dorf stießen. Dort stellte man uns dann einen so genannten „Chiclero“ vor. Diese so genannten Maya-Nachfahren ernten von dem bis zu 30m hohen Chicozapote Baum das so genannte „Chiclet“ (Chicozapote-Latex) welcher auch als Rohstoff für das Kaugummi zu Maya-Zeiten diente. Heute wird Kaugummi fast ausschließlich aus synthetischem Latex hergestellt.

Aus dem Auto ausgestiegen sprühten wir uns noch etwas mit einem Moskito-Schutzmittel (biologisch abbaubar) ein und erhielten einige Erklärungen und Sicherheitshinweise bezüglich Flora und Fauna.

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Von nun an ging es ganz Indiana Jones like zu Fuß weiter… wir gingen gemeinsam mit unserem Guide und dem Chiclero in die Tiefen des Regenwalds, vorbei an einem exemplarisch aufgebauten Haus eines Chicleros, bis wir einen zur Ernte geeigneten Chicozapote Baum fanden.

Mit höchster Präzession führte der Chiclero seine gut 1m lange, scharfe Machete und fing an oberflächliche „Zick-Zack“-Förmige Schnitte in die Baumrinde zu schlagen. Man erklärte uns, dass es bis zu dieser notwendigen Perfektion mehrere Jahre dauert. Diese Perfektion ist deswegen so wichtig, da, wenn man die Machete zu tief oder unpräzise führt, der Baum verletzt wird und somit sterben würde. Am Besten kann man auf den Fotos erkennen, warum die Schnitte in der „Zick-Zack“-Form ausführt, denn so läuft das Chiclet (Latex) sauber in einen am unteren Ende angebrachten Sammelbehälter.

Nachdem wir gut einen Liter des Chiclets geerntet hatten, ging es zurück in das Dorf wo es nun an die traditionelle, gemeinsame Herstellung von Kaugummi ging, wie es bereits die Mayas herstellten.

Dazu platzierten wir einen Kessel auf einem offenen Feuer und befüllten diesen mit dem flüssigen, weißen Chiclet. Unter ständigem (wirklich anstrengendem) Rühren mit einem ca. 2,20m langen Holzstab entstand eine nun bereits wohlriechende, immer zäher werdende und leicht bräunliche Masse. Anhand der Färbung erkannten die Experten, wann es Zeit ist diese vom Feuer zu nehmen und aktiv zu kühlen.
Hierzu wurde der Kessel von der Feuerstelle in eine kleine Wasserpfütze gestellt und unter ständigem Rühren und Anheben der Masse auf eine niedrige Temperatur gebracht. Daraufhin konnte man die Masse bereits anfassen und mit angefeuchteten Händen kneten wie ihr seht.

Das Endpodukt ist dann der so genannte „Marqueta“… ein trockener, harter, leicht bräunlicher Ziegel, welcher für die Weiterverarbeitung zu diversen Latex-Produkten gebräuchlich ist.
Diese Marquetas werden in einer art Community bestehend aus vielen, vielen Chicleros in großen Mengen manuell hergestellt und an große Firmen für die Herstellung diverser Produkte (u.a. BIO-Kaugummi) verkauft.

Fazit:
Der Mitmach-Faktor war hoch und uns hat es verdammt viel Spaß gemacht zu sehen und zu lernen, wie Kaugummi bereits vor~2000- 3000 Jahren hergestellt wurde.  Dementsprechend kann man bis hierher schon vorab sagen, dass sich es alleine wegen diesem Teil der Tour für uns gelohnt hat.

Hier geht es nun zum zweiten Teil des Artikels über den Ausflug „The Chewing Gum“: A Mayan Legacy…

Mit freundlicher Unterstützung durch das Tourism Board Mexico – Cozumel & Riviera Maya

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