OD Hotels – Eine Kette im Wandel der Zeit

Marc Rahola – seines Zeichens CEO der OD Group – lächelt verschmitzt, als er von seinen Plänen im Kampf zwischen den Hotels und Airbnb erzählt. Bei strahlendem Sonnenschein auf der Partyinsel Ibiza erläutert er, dass Hotels mehr als nur einen bloßen Schlafplatz und guten Service bieten müssen. Wer sich abheben möchte, muss sich Konzepte überlegen, die darüber hinaus gehen. Zudem stehen beste Lagen für Hotels, kostenlose Smart Cabrios zu jeder Suite sowie ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein im Fokus. Wir haben uns alle fünf Hotels der Kette in Barcelona sowie den Balearen angesehen und klären auf, ob die Versprechen gehalten werden.

Barcelona

Unsere Reise beginnt an der Paseo de Garcia im neusten Mitglied der OD Gruppe, das erst im Sommer 2017 seine Pforten eröffnete. In der kurzen Zeit wurde es bereits als eines der 10 besten Nachhaltigkeitsprojekte in Spanien ausgezeichnet. Erschöpft von der Anreise, entscheiden wir uns nach dem Check-In für einen Spa-Besuch und heben uns den Room-Check für später auf. Nach Rücksprache mit der Rezeption wird uns mitgeteilt, dass die Anlage leider über kein hauseigenes Spa verfügt, es jedoch eine Kooperation mit einem Fitnessstudio mit angegliedertem Wellnessbereich gäbe. Hierzu gibt es einen Gutschein an der Rezeption und fünf Taximinuten später stehen wir auch schon davor. Wer jetzt die Erwartungshaltung hat, dass er eine riesige Saunalandschaft, Jacuzzis und große Pools vorfindet, wird leider enttäuscht. Die Formulierung „angegliederter Wellnessbereich“ ist schon richtig gewählt, denn die überfüllte Anlage trägt mitnichten zur Erholung bei, wenn man bedenkt, dass ein eigenes Türschloss für die Umkleide mitgebracht werden solle oder käuflich an der Rezeption erworben werden kann. Ein kurzer Hinweis der Rezeption wäre an dieser Stelle hilfreich gewesen. Nach einer halben Stunde entschließen wir uns, ins Hotel zurückzukehren und vor dem Abendessen das Zimmer unter die Lupe zu nehmen.

Schon auf den ersten Blick fallen moderne Flure sowie Zimmer auf. Wir haben in einem Doppelzimmer geschlafen, das spartanisch eingerichtet war. Angefangen bei den Wänden, über Bodenbeläge bis hin zu Möbelstücken, wurde überwiegend Bambus verwendet. Diese spartanische Einrichtung – auch leicht mit Minimalismus zu verwechseln – zeigt einen klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, jedoch fehlen essenzielle Dinge, wenn man bedenkt, dass es sich um ein 5*-Haus handelt. Dazu zählen unter anderem Gegenstände wie eine Lautsprecher-Dockingstation, um sein Handy zu koppeln sowie einige Amenities, die in dieser Klasse Usus sind. Positiv zu erwähnen sind mit Bedacht gewählte Möbel, die mit zahlreichen Designklassikern garniert wurden.

Wenn man bedenkt, dass wir zur MWC-Zeit, der Hauptmesse in Barcelona, vor Ort waren, hat sich der Service mehr als zufriedenstellend geschlagen. Besondere Anfragen wie spezielle Speisen, nette Location-Tipps sowie vieles mehr, wurden mit Bravur gemeistert. Zudem ist allein die Lage ein Erfolgsbringer: Wenige Schritte von der „Paseo de Garcia“ ist man nicht nur schnell in den Luxusboutiquen, sondern erreicht auch schnell den Markt an den bekannten „Ramblas“ und kann einen frischen Smoothie genießen.

Abschließend kann man zum neusten Haus in Barcelona folgendes resümieren: 4,5 Sterne stünden dem Hotel besser zu Gesicht; bei den aktuellen Zimmerraten und dem gebotenen Package aus Service und Zimmer, sind die Preise jedoch in Ordnung.

Ibiza

In Ibiza begann die Reise der OD Hotels. So fing alles mit dem „Ocean Drive“ an und wenn man die Initialen nimmt, ist der Name der Gruppe auch nicht mehr fern. Vorab müssen wir sagen, dass wir in keinem der drei Hotels übernachtet haben; lediglich wurden uns alle drei Hotels kurz präsentiert. Alle drei Häuser haben unterschiedliche DNA und im Folgenden gibt es einen Kurz-Eindruck.

OD Ocean Drive

Das älteste Hotel aus 2009 verfügt über 40 Zimmer in bester Lage am Yachthafen Marina Botaforch. Eins der Highlights des Hauses ist, dass es Frühstück bis 16 Uhr gibt. Für Party-Gäste sicherlich ein nettes Gimmick. Wie in allen OD Häusern, stehen auch hier Smart Cabrios für alle Suite-Gäste zur Verfügung, um die Insel zu erkunden. Bei unserem kurzen Rundgang fiel auf, dass an einigen Stellen eine kleine Renovierung ganz angebracht wäre, wenn man die recht hohen Zimmerraten bedenkt. Lediglich die tolle Sky-Bar tröstet darüber hinweg…

OD Can Jaume

Mit diesem charmanten Haus ist Rahola ein wahrer Meisterstreich gelungen. In „Puig d’en Valls“ kaufte er eine alte Farm und baute 15 Zimmer in verschiedenen Kategorien aus, die sich auf zehn unterschiedliche Villas erstrecken. Das Highlight des Saison-Hotels ist, dass jedes Zimmer eigenes Personal zugewiesen bekommt und dadurch eine sehr persönliche Ansprache erfolgen kann. Wir waren vor Saison-Beginn vor Ort und überall wurde noch kräftig renoviert, jedoch werden wir versuchen, uns live im Hotelbetrieb einen erneuten Eindruck zu verschaffen.

Zusammenfassend kann man über das Hotel folgendes sagen: Kein prunkvoller Luxus, jedoch Besinnlichkeit auf Natur mitten in einer Orangenplantage. Geniales Konzept, um wieder zu sich selbst zu finden.

OD Talamanca

Auch dieses Haus konnten wir leider nicht im laufenden Betrieb sehen, da die Saison noch nicht begonnen hatte. Eröffnet in 2016, handelt es sich bei dem Haus eher um ein Party-Hotel der Superlative. Eine edle Dachterrasse gepaart mit einer schicken Neubauumgebung, zeigen schon von außen, welche Klientel hier die VIP Bändchen zu den besten Clubs der Insel bekommen soll. Apropos Neubauumgebung: Dabei handelt es sich um ein weiteres Unternehmen Raholas, der auf Ibiza auch als Bauträger fungiert und in unterbewertete Lagen Häuser baut, um die Hotelumgebung aufzuwerten.

Highlight des Hauses ist jedoch vermutlich, dass Privatköche direkt in die Privatküche gebucht werden können. Privat sind auch die buchbaren Parkplätze und Chauffeure. Wem das alles noch nicht privat ist, der bucht sich eine Doppelsuite mit 100 Quadratmetern und dazu eine Terrasse mit 120 Quadratmetern inklusive eigenem Pool. Wer also ganz viel Wert auf Privatsphäre legt, ist hier vermutlich richtig.

Mallorca

Den Abschluss bildete das Haus auf Mallorca, das mitten am Yachthafen von Portals liegt. Schon der Roomservice, der übrigens über alle Speisen aus dem Diablito Portals (edler Mexikaner des Yachthafens) verfügt, zeigt welche Liga angepeilt wird. Hier hatten wir übernachtet und uns selbst davon überzeugen lassen, was hier geboten wird.

Beim Betreten des Zimmers wird schnell klar: Diese Dusche ist nicht nur ein Highlight, sondern ein wahres Erlebnis. Uns ist nur ein weiteres, ähnliches Hotel auf Mallorca bekannt, das eine Dusche mit Meerpanorama bietet (Jumeirah in Port Soller). Nach einer ersten schnellen Dusche, sollte es auch sofort zum Abendessen gehen. Schnell umgezogen und fix zum Balkon gehuscht, um ein kurzes Aussichtsfoto zu schießen und sofort bemerkt man, dass die Balkontür leider kaputt ist. Mit Kleinigkeiten wollten wir uns aber nicht aufhalten und gingen runter zum Yachthafen von Portals in wundervolle Babien, wo es ein tolles Dinner gab. Vermutlich hätte man auch im Hotel bleiben können, denn auch dort gäbe es mediterrane Küche.

Diese tolle Küche genossen wir spätestens am folgenden Morgen, wo es ein geniales Brunch mit Aussicht gab. Anschließend wären wir gerne in ein Spa gegangen, jedoch bietet das Hotel leider nur einen Outdoor-Pool, der jedoch mit 80 Quadratmetern nicht gerade klein ist.

Bemerkenswert ist bei diesem Hotel folgendes: Man fühlt sich familiär und mitnichten in einem gesichtslosen Boutique-Hotel. Alles erscheint heimisch und natürlich – nirgendwo möchte man den Gast mit dekadenten Elementen überschlagen, sondern bietet einfach in bester Lage on point, was der Gast erwartet. Einziger Wermutstropfen ist das fehlende Spa. Leider hatten wir in diesem Hotel nicht sehr viel Zeit, was wir jedoch kurzfristig nachholen möchten, um alle Details des Hauses kennenzulernen. Bei dieser Gelegenheit hoffentlich auch mit einem After-Work-Event wie dem „Burger meets Gin“.

Ausblick Côte d’Azur + Miami

Rahola möchte expandieren und nicht nur eine spanische Kette bleiben. So kaufte man vor Kurzem Häuser in Miami und an der Côte d’Azur und wird deutlich über 70 Millionen in beide Projekte investieren, um ihnen die OD Group DNA zu verpassen. Genau so nachhaltig, in besten Lagen, mit kostenfreien Smart Cabrios für Suite-Gäste, bestem Concierge-Service, der OD Skybar und vielen Kunst-/Musik-Events. 2019 werden wir uns ansehen, wie die Gruppe ihre Pläne umgesetzt hat. Bis dahin statten wir dem OD Can Jaume sowie dem OD Port Portals einen erneuten Besuch ab, um uns alle Details der Häuser präsentieren zu lassen.

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