Inseltour auf der kapverdischen Insel Sal mit CITS – Erfahrungsbericht

Die kapverdische Insel Sal erfreut sich dank ganzjähriger Tagestemperaturen jenseits der 24°C, goldgelbem Sand und türkisblauem Meer immer größer werdender Beliebtheit – die Karibik Afrikas nur 6,5 bis acht Flugstunden von Deutschland aus entfernt!

Die Aussicht auf entspannte, sonnenverwöhnte Tage hat auch uns im Dezember wieder einmal auf die Kapverden gelockt, da uns der Aufenthalt vor einigen Jahren noch in bester Erinnerung geblieben ist.
Doch Sal hat noch so einiges mehr zu bieten! Um unsere Erinnerungen wieder aufzufrischen und auch aus Neugier, da sich die Insel stark gewandelt hat, haben wir auch bei diesem Aufenthalt wieder eine Inseltour gemacht.


Inseltour mit CITS

Während wir uns bei unserem letzten Aufenthalt von einem der vielen am Hotel weniger, in Santa Maria mehr aufdringlicheren Tourenverkäufer zu einer Tour haben überreden lassen, haben wir uns dieses Mal vorab informiert, Anbieter verglichen und uns schlussendlich für den Anbieter CITS entschieden.

CITS ist eine deutschsprachige Agentur, die seit 16 Jahren (Stand 2016) Reiseleistungen auf den Kapverden anbietet. Hauptaugenmerk liegt dabei auf individuellen Reisen und Einzelleistungen auf allen kapverdischen Inseln, sodass die Guides von CITS mit einem breitgefächerten Wissen zu den Kapverden insgesamt aufwarten können.


Ablauf der Inseltour

Am vereinbarten Tag wurden wir von unserem Guide zur abgemachten Zeit direkt vor unserem Hotel abgeholt. CITS nutzt für seine Inseltouren Pickups, in denen man vorne im Auto mit drin sitzt – anders als andere Anbieter, bei denen man auf Bänken auf der Ladefläche sitzt und Wind, Wetter und aufwirbelndem Sand schutzlos ausgesetzt ist. Ein weiterer Vorteil der Sitzplätze im Pickup ist, dass die Teilnehmeranzahl dadurch nicht so groß ist.

Eingang zu unserem Hotel – RIU Palace Cabo Verde

Um die Tour noch ein wenig nach unseren Wünschen gestalten zu können, hatten wir uns zudem für die private Inseltour für zwei Personen entschieden. Größter Vorteil dieser Tour ist, dass ihr die Aufenthaltsdauer an den angefahrenen Orten bestimmt und nicht die Reisegruppe – also definitiv empfehlenswert für diejenigen unter euch, die ihre Reiseerlebnisse auch gerne fotografisch festhalten.

Wir sind bei unserer Inseltour diese Ziele angefahren, die wir euch im Folgenden ein wenig näherbringen möchten:


Blick auf Espargos vom Monte Curral

Unser erster Stopp war der Monte Curral inmitten der Hauptstadt Espargos. Von diesem 107 Meter hohen Berg hat man einen guten Rundumblick auf Espargos mit seinen teilweise bunt bemalten Häusern, den Flughafen Amilcar Cabral und die Insel Sal selbst.

Da der Berg aber militärisch genutzt wird, gibt es nur einen kleinen Trampelpfad um die Außenmauern des Geländes herum – die Aussicht lohnt sich aber trotzdem, um einen Überblick über die Insel zu bekommen! Dazu hat uns unser Guide direkt mit den ersten interessanten und kuriosen Geschichten zur Hauptstadt versorgt – vom täglichen Leben in Espargos über die Fußballverrücktheit der Kapverdier hin zu Problematiken bei der Einfuhr von Müllautos.

Blick über Espargos

Um die Aussicht vom Monte Curral auch bewegt zu genießen, schaut euch doch gerne unser YouTube Video zur Inseltour an (Beitrag zum Monte Curral direkt am Anfang des Videos):


Hafen von Palmeira

Den nächsten Halt haben wir in Palmeira eingelegt, einer kleinen, teilweise noch verschlafen wirkenden Hafenstadt mit Hunden, die sich auf der Straße ausruhen, älteren Menschen, die einen aus kleinen Restaurants heraus beäugen, einem alten deutschen Kapitän, der seine Geschichten zum Besten gibt und Kapverdiern, die im Schatten eines Baumes Schutz vor der Mittagshitze suchen.

Das Hafenbecken von Palmeira

Wir waren aufgrund unseres Zeitplanes leider nur kurz in Palmeira, die vielen Essensgerüchte aus den kleinen Restaurants hätten uns aber wahrscheinlich zu einer kurzen Essenspause gelockt, wenn es der Zeitplan zugelassen hätte.

Aber auch ohne Mittagspause bietet Palmeira ein hübsches Bild mit den vielen kleinen Fischerbooten, die im Hafenbecken seicht hin- und herschaukeln. Einzig die großen Containerschiffe im Hintergrund trüben das idyllische Bild ein wenig, die aber den kaum vorhandenen Anbaumöglichkeiten auf Sal geschuldet sind.

Weitere Eindrücke von Palmeira gibt es in unserem YouTube Video ab Minute 2:49.


Buracona / „Das blaue Auge” bzw. Olho Azul

Als nächstes sind wir einen der Tourismushotspots auf Sal angefahren – Buracona, oftmals besser bekannt als „Das blaue Auge“.

Buracona ist einer der Orte, die sich seit unserem letzten Aufenthalt stark verändert haben. Wo vor einigen Jahren lediglich ein sandiger Parkplatz „angelegt“ war, befinden sich heute ein Restaurant und ein Souvenirladen. Auch die Zuwegungen zum blauen Auge und dem daneben befindlichen Naturpool sind nicht mehr wie damals der nackte Felsen, sondern stattdessen führen Holzwege zu den beliebten Attraktionen, weshalb der Zugang inzwischen drei Euro pro Person kostet.

Hier ist so einiges verboten 🙂 … Man achte darauf, was alles …

Um das blaue Augen sehen zu können, müsst ihr übrigens zur rechten Zeit vor Ort sein, da es durch Lichteinfall entsteht und das Wasser dann in dem Felsloch schimmernd in verschiedensten Farben strahlt. Beeindruckender fanden wir jedoch die Wassermassen, die durch die starke Brandung beim Aufprall an die Felskanten in die Höhe geschossen wurden – ein wahrlich beeindruckendes Naturschauspiel! Den Naturpool haben wir aufgrund der starken Brandung dieses Mal nicht ausprobiert.

Wie beeindruckend das Wasser in die Höhe geschossen ist, könnt ihr euch auch noch im YouTube Video ab Minute 5:00 anschauen.


Fata Morgana im Inselinneren

Der nächste Stopp führte uns ins Inselinnere zu einem weiteren Naturspektakel – einer Fata Morgana!

Die Spiegelung am Horizont!

Für uns war es das erste Mal, dass wir eine Fata Morgana real gesehen haben. Vorher konnten wir uns selbst nie vorstellen, dass die Luftspiegelung wirklich so täuschend echt wie eine Wasseroberfläche aussieht. Wenn man sie dann das erste Mal sieht, ist man erst einmal sprachlos und kann nachvollziehen, dass man in der Wüste auf der Suche nach dem überlebenswichtigen Wasser auf diese optische Täuschung hereinfallen kann.

Für uns definitiv eines der Highlights der Inseltour! Ein bisschen könnt ihr die Fata Morgana auch ab Minute 7:18 in unserem YouTube Video sehen.


Saline Pedra Lume

„Sal“, zu deutsch Salz – die Insel hat ihren Namen aufgrund der großen Salzvorkommen bekommen. Früher wurden auf Sal etliche Tonnen Salz in Salinen gefördert, heutzutage gibt es noch eine Saline, in der Salz geschöpft und als hochwertiges Biosalz verkauft wird, die „Salinas de Pedra de Lume“.

Das Besondere an dieser Saline ist, dass sie in einem alten Vulkankrater gelegen ist. Allein der Blick in den Krater beeindruckt schon ungemein. Auch die alte hölzerne Seilbahn, mit der früher das Salz aus dem Krater in Richtung einer Hafenbucht befördert wurde, bietet ein imposantes Fotomotiv.

Das touristische Highlight an Pedra Lume ist aber, dass ihr hier in einem der Salzbecken wie im toten Meer schwimmen bzw. treiben könnt! Ein wirklich unbeschreibliches Gefühl! Obendrauf gibt es durch das Salz noch eine kleine Ganzkörperbeautybehandlung.

Nach dem Baden empfehlen wir euch auf jeden Fall die Duschen, die ihr gegen einen Obolus von einem Euro pro Person nutzen könnt. Dafür müsst ihr im Restaurant, das sich neben den Duschen befindet, Bescheid sagen.
Der Eintritt zur Saline selbst kostet fünf Euro pro Person.

Auch alte Anlagen zum Transport findet man noch etwas abseits der Straßen

Den Beitrag zur Saline findet ihr im Reisevideo ab Minute 8:37.


Kite Beach im Südosten der Insel

Sal bietet an seinen traumhaften Sandstränden nicht nur Entspannung, sondern aufgrund des stetigen Passatwindes perfekte Konditionen für Wassersportarten wie Kitesurfen oder Windsurfen. Besonders beliebt ist dabei ein Strandabschnitt im Südosten der Insel, der „Kite Beach“.

Hier tummeln sich am Strand und auf dem Wasser etliche bunte Kiteschirme und verwandeln die Szenerie in ein farbenfrohes Spektakel! Für das leibliche Wohl sorgen zwei Strandbars, sodass man es hier auch als Nichtsurfer gut aushalten kann und den Trainierten bei ihren irren Sprüngen und Drehungen zusehen kann. Anfänger sollten sich hier nicht auf das Wasser wagen; Sal ist aufgrund des starken Wellengangs und der starken Winde definitiv kein Anfängergebiet.

Impressionen vom Kitebeach auch in unserem YouTube Video ab Minute 11:39.


Restaurant, Bar und Museum Funana in Santa Maria

Den krönenden Abschluss fand die Inseltour in einem sehr markanten Restaurant in Santa Maria, dem Funana. Das Funana ist eine Mischung aus Restaurant, Bar und Museum, befindet sich in bester Strandlage in Santa Maria und gehört einem Deutschen, der vor etlichen Jahren nach Sal ausgewandert ist.

Das Museum ist derart ausgestaltet, dass um das Restaurantgebäude herum diverse Ausstellungsstücke stehen, die Aufschluss über das Leben auf Sal geben.
Im Gebäude selbst findet ihr etliche Sitzgelegenheiten sowie eine Bühne. Regelmäßig finden im Funana Openmic-Veranstaltungen statt, bei denen jeder seine Gesangskünste auf der Bühne präsentieren kann.

Der Besitzer des Funanas stellt hier wohl auch des Öfteren seine Trompetenkünste zur Schau, wenn er nicht gerade unverkennbar in Lederhosen und schwarz-rot-gold-Socken seinen Gästen den besten Caipirinha der Welt oder frittierten Ziegenkäse schmackhaft macht.

Das Funana ist wirklich ein Erlebnis und wir können nur jedem raten hier ein wenig zu verweilen und sich von der grandiosen Stimmung entschleunigen zu lassen.

Auch zum Funana haben wir in unserem YouTube Video ab Minute 13:39 weitere Eindrücke für euch.


Fazit

Sal bietet so viel mehr als euren Hotelstrand, sodass wir wirklich jedem von euch nur ans Herz legen können die Insel auf die eine oder andere Art zu erkunden.

Wir haben mit der privaten Inseltour von CITS beste Erfahrungen gemacht – der Tag wurde nach unseren Wünschen gestaltet, unser Guide war absolut kompetent und wusste gefühlt zu jedem noch so kleinen Stein etwas zu erzählen. Wir hatten einen unvergesslichen Tag mit vielen Highlights, der uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird, sodass wir euch CITS definitiv weiterempfehlen können!

Solltet ihr bei eurem nächsten Kapverden Urlaub eine Tour mit CITS buchen wollen, solltet ihr dies vorab machen, da CITS, um Gegensatz zu den meisten anderen Anbietern, keine Tourenverkäufer an den Hotelausgängen positioniert hat.

More from Timo Weuter

Fuerteventura Tag 4: On the road

Nachdem wir die letzten Tage ohne „Zwischenbericht“ weiter an unserer „Grundbräune“ gearbeitet...
Read More

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.