Fuerteventura Tag 11: Die Insel mit dem Segway erkunden

Neben der Tour mit dem Buggy haben wir uns an diesem Tag auch erneut in das Gelände gestürzt, diesmal allerdings auf zwei Rädern. Nicht etwa mit einem Motorroad, sondern mit einem geländegängigen Segway.

Bei dem Segway handelt es sich um ein elektrisch betriebenes „Fahrzeug“ auf dem man mehr oder minder gerade drauf steht und durch Gewichtsverlagerung die Geschwindigkeit bestimmt.

Abgeholt wurden wir am Hotel (dies ist inklusive) und zunächst ging es rund eine Stunde Richtung Norden. Wir hatten uns für die Bergtour rund um Tiscamanita entschieden. Weiterhin werden noch eine Jandia Tour sowie eine Fit for Fun Tour angeboten. Auf dem Weg holten wir noch eine weitere Teilnehmerin ab, die bereits am Tag zuvor die Jandia Tour gemacht hatte und hier bereits von dem Segway angefixt wurde, sodass sie diese Tour auch noch mitmachen wollte. Kaum zu glauben, dass es sich bei der Teilnehmerin um eine etwas ältere Dame handelte, die noch fit und munter durch die Welt reist.

Nachdem wir am Ausgangspunkt angekommen waren gab es zunächst eine ausführliche Einweisung in die Fahrzeuge. In einem Lernmodus, der zunächst nur eine maximale Geschwindigkeit von 6 km/h erlaubte, drehten wir unsere ersten Runden um ein Gefühl für das unbekannte Gefährt zu bekommen. Zwar ist noch kein Meister vom Himmel gefallen aber das Fahren klappte auf anhieb, sodass wir auch direkt mit der Tour loslegen konnten und unsere Segways freigeschaltet bekamen. Neben einer max. Geschwindigkeit von 20 km/h wurde nun auch eine Servounterstützung für die Lenkung aktiviert.

Die Tour führte durch ein kleines Dorf, welches wir immer mal wieder kreuzten um die verschiedenen Bergpassagen zu erreichen. Bisher war ich mit einem Segway nur auf befestigten Straßen gefahren und muss sagen, dass es Offroad ebenso viel Spaß macht. Auch grobe Steine und Unebenheiten kann man locker überfahren. Die verbauten Gleichgewichtssensoren in den Fahrzeugen halten den Segway immer stabil und ein Umkippen ist quasi unmöglich. Zumindest während unserer Tour ist nichts passiert und wir haben alle Pisten ohne Probleme gemeistert.

Neben verschieden Aussichtpunkten im Gelände wurde das Museum Centro de Interpretación Los Molinos angefahren. Hierbei handelt es sich um ein Mühlenmuseum, das Einblicke in die Lebensart der Müller gibt und in die Herstellung von Gofio, einem traditionellen Lebensmittel der kanarischen Inseln, das aus dem Getreide hergestellt wurde (geröstete Gerste und Mehl). Hierbei handelt es sich um ein sehr nahrhaftes Lebensmittel welches sehr sättigend ist. Wir haben ein Stück probiert und waren bereits danach recht gesättigt. Es handelte sich hierbei um eine mit Zucker gesüßte Form die in einer Art Pralinencharakter daher kam. Die Konsistenz im Mund war eher lehmig und erdig, schmeckte aber akzeptabel.

Einen letzten Abstecher machten wir bei einer Aloe Vera Fabrik. Hiervor hatte uns Antonio schon gewarnt. Kaffeefahrt! Auch wenn wir es an dieser Stelle nicht unterstellen wollen, denn Aloe Vera gehört zu Fuerteventura einfach dazu und viele Menschen wollen sicherlich auch mal solch eine Plantage bzw. Fabrik besuchen. Doch der Ausflug dahin war eher skurril und mit unserem Vorwissen konnten wir anders an die Sache heran gehen.

Zum Hintergrund. Die Aloe Pflanze bewässert sich zum größten Teil aus sich selbst und bedarf nur sehr wenig Wasserzufuhr von Außen. Damit entwickelt die Pflanze einen reinen „Saft“ der zu rund 98% aus Aloe besteht. Das Erkennungsmerkmal einer solchen „richtigen“ Pflanze sind seine brauen Blätter. Um die Produktion hoch zu halten und mehr zu produzieren werden allerdings auf vielen Farmen die Pflanzen bewässert. Hierdurch werden die Blätter viel dicker und ertragreicher. Allerdings ist das ein Trugschluss, denn das innere Mark besteht nun nicht mehr zu 98% aus Aloe sondern nur noch zu rund 60%. Der Rest ist Wasser. Eine solche Pflanze erkennt man an seiner grünen Farbe. Und eine ebensolche Pflanze wurde uns direkt bei der Fabrik präsentiert.

Wem das noch nicht spanisch vorkam, der konnte sich noch einer entspannenden und kostenlosen Nackenmassage hingeben. Natürlich mit Aloe Vera. Allerdings wurde diese Massage nicht etwa in einem separaten Raum durchgeführt. Nein. Im stehen vor der Fabrik, während ein anderer Mitarbeiter die Pflanze erklärte. Ein Großteil der Besucher lies sich drauf ein, machte seinen Rücken frei und lies sich vor versammelter Mannschaft massieren. Der Tüpfelchen auf dem i. Der Masseur wusch sich zwischendurch nicht mal die Hände und ging von Person zu Person. Naja, wems gefällt.

Zudem mussten wir unsere Fotoapparate einpacken. Betriebsgeheimnis und Spionage und so. Es sollte vermutlich nur niemand sehen, dass die Pflanzen nicht kalt gepresst werden, sondern gekocht werden und dann ein Granulat hergestellt wird, was dann wieder gemischt wird. Eine kalte Pressung wäre in jedem Fall aber vorzuziehen.

Der Besuch der Aloe Farm war denn schlussendlich auch die Endstation, an der wir wieder abgeholt wurden. Von den drei Stunden Tour war gefühlt knapp zwei Stunden Fahrzeit, was vollkommen in Ordnung ist. Der wirkliche Offroad Anteil war denke ich um die 50%.

Fazit
Insgesamt hat die Tour viel Spaß gemacht und ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Segway ist etwas für jung und alt und für denjenigen, der nicht wandern mag, die perfekte Möglichkeit die Region zu erkunden.

Text: Timo Weuter, Camillo Pfeil

Bilder: Timo Weuter, Camillo Pfeil

 

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