Leica Q – Die Königin unter den Kompaktkameras – Test / Erfahrungsbericht

Erneut hat es ein „Gadget“ geschafft bei uns auf WORLDTRAVLR.NET erwähnt zu werden. Bei der Leica Q (Typ 116) handelt es sich jedoch nicht um irgendein einfaches technisches Gadget. Immerhin ist es eine sehr luxuriöse Kompaktkamera, mit einem großen Bildsensor im 35mm-Kleinbildformat aus dem Hause LEICA.  Wem der Name Leica nun nichts sagt, hat in meinen Augen recht viel verpasst. Deshalb noch einmal kurz etwas Historie dazu…

Historie

Die Leica Camera AG – wobei das Leica für „Leitz(sche) Camera“ steht, – ist ein deutsches Traditionsunternehmen mit einer Historie welche indirekt bis in die Mitte des 18’en Jahrhunderts hinein reicht (Mikroskope, Medizinisch/Optische Geräte usw.). Auch heute im Jahr 2016 findet man noch in vielen Krankenhäusern und Medizinischen Einrichtungen, wo absolute präzision gefragt ist, optisches Equipment aus dem Hause Leica.

Klar hat die Vergangenheit mit z.B. den legendären „Schraubleicas“(1925 bis 1960) mit der Leica Q generell nicht mehr viel gemein, aber ich wollte trotzdem einmal auf die Historie, des für mich absolut bewundernswerten Unternehmens aufmerksam machen.  Einigen von euch ist die mindestens ebenso bekannte und immer noch existente (seit 1954) Leica M-Serie ein Begriff. Messsucherkameras mit 35mm Film und später 35mm (Vollformat) Digital-Sensoren.

Doch abgesehen, davon das die M-Serie keinen Autofokus bietet und man doch einiges an Übung/Erfahrung für die Bedienung einer Messsucherkamera braucht, ist eine Leica M immer irgendwo ein Traum geblieben der neu mit ab rund 10.000 € incl. Objektiv gut bezahlt werden will.

Die Leica Q

Mitte 2015 kam der Hersteller aus Wetzlar dann (für mich überraschend) mit der Leica Q um die Ecke. Eine „Vollformatkompakte“ mit lichtstarker Festbrennweite. – Da gibt es als Kontrahenten eigentlich nur die die Sony RX1R/II. –

Ein wenig voreingenommen, durch die Modelle die in Kooperation mit Panasonic entstanden sind, (C/D/V-Lux etc. – es sind wahrlich keine schlechten Kameras, aber eben mehr Panasonic als Leica –) habe ich mir die Kamera dann einmal im Leica Store Berlin während der IFA angeschaut.

Und siehe da, abgesehen vom recht leistungsstarken Akku (wir konnten immer min. 350-400 Bilder pro Ladung machen) und dem dazugehörigen Ladegerät, hatte ich eine Kamera mit gefühlt 99,9% Leica M -Genen in der Hand. Aluminium, Magnesium und ein zeitloses, griffiges Design incl. beständigen und klaren Lasergravuren bescheren ein Anfassgefühl, welches sonst nur mit einer Leica M zu haben ist.

Unter Leicas Firmen Philosophie „Das technisch Machbare unter der Prämisse des fotografisch Sinnvollen“ wurde die Leica Q mit modernster Technik ausgestattet, bietet aber nur sehr wenige – in meinen Augen – „Spielereien“, die vom eigentlichen Fotografieren ablenken.

Und ja, „It is all about the Money…” die Kamera kostet rund 4200 €, dafür erhaltet ihr aber auch eine Kamera mit einem 24 Megapixel Vollformatsensor (ISO 100-50.000), einer minimalen Verschlusszeit von 1/16.000s, einem genialen 28mm Leica Summilux-Objektiv (Festbrennweite) mit einer lichtstarken Offenblende von f1.7 (incl. Marko Modus ab f2.8) und einem elektronischen Sucher, welcher mit 3,68 Millionen Bildpunkten auflöst und in sachen Qualität neue Maßstäbe setzt.

Der Preis schreckt sicherlich erst einmal ab, aber so viel ausgereifte Technik hatte ich selten für den Geldbetrag in der Hand. Klar bringt eine Luxus-Kompaktkamera auch Kompromisse mit sich. Da wäre die das fest verbaute Objektiv und somit die Beschränkung auf 28mm, dafür beschert euch die ca. 640g leichte, aufeinander abgestimmte Kombination aus Linse, Sensor und Gehäuse eine Bildqualität die seinesgleichen sucht. In den rund 4-5 Wochen, in denen ich die Leica Q ausführlich testen durfte, habe ich das einzige „Manko“, was direkt ins Auge fällt zu schätzen gelernt. Denn anders als bei einer Systemkamera ist die 28mm Summilux Linse wie gesagt, mit der Q verheiratet und somit müsst ihr euch mit der Brennweite arrangieren.

Aber ganz ehrlich… falls ihr bereits im Besitz einer Spiegelreflex oder Systemkamera seid, dann kauft/leiht euch einmal eine ordentliche Festbrennweite (Im Brennweitenbereich in dem ihr am häufigsten fotografiert)  oder versucht einmal eine Weile auf nur einer Brennweite zu fotografieren. Nach einer gewissen Zeit der Umgewöhnung werdet ihr merken, dass ihr automatisch anfangt bewusster die Motive/Bildkompositionen zu wählen und oftmals steigt damit auch die Kreativität und die Qualität (die sowieso) der Fotografien. Zudem hält der „Fußzoom“ fitt! 🙂

Auch sagt man Traditionsunternehmen wie z.B. Leica oft vor, nicht richtig mit der Zeit zu gehen. Aber das kann ich anhand der Leica Q wahrlich nicht bestätigen. Die Kamera hat WLAN und NFC an Bord und die App (wir haben die „Leica Q – App“ für iOS getestet) ist technisch und auch was die Bedienung angeht erstklassig umgesetzt.

Um hier nicht weiter technisch/trocken zu werden, denn faktenbasierte Technik-Tests findet ihr auf den einschlägigen Seiten genug, haben wir zusammen mit unserem Technik-Partner IMAEDIA.DE ein Outdoor Test-Video der Leica Q gedreht, indem wir nochmal ausführlich auf Features und Bedienung eingehen.

– Viel Spaß beim zuschauen! –

Beispielfotos

Fazit

Don’t mess with the best …

Die Leica Q ist in meinen Augen ein wahrer Schlachtruf der Firma Leica an die Big-Player der Kamera-Industrie. Mit der Leica Q erhaltet ihr ausgereifte Technik und deutsche Wertarbeit, welche euch im Leica M-System sonst locker das 3-4 fache kostet. Und auch die definitiv schwereren DSLR-Riesen, die qualitativ mithalten können sind nicht preiswerter zu haben!

Abseits der beiden Sony Modelle (RX1R/(II) – um die 3000 €),  gibt es keine Kameras mit ähnlichen Spezifikationen von Mitbewerbern.

Doch in Sachen Haptik und Usability macht der Leica so schnell niemand etwas vor. Die Bedienung und die Menus sind durchdacht und man findet alles auf Anhieb. Der Touchscreen ist selbst in der prallen Sonne gut ablesbar und der Elektronische Sucher (EVF) ist eine wahre Wonne.

Umso mehr man die Leica Q benutzt umso mehr bekommt man das Gefühl hier mit den sowieso gut angelegten 4200 € sogar ein Schnäppchen gemacht zu haben.

Ich für meinen Teil habe mich in die Leica Q quasi verliebt und bin auch in Mexiko mit der 28mm Brennweite immer zufrieden gewesen. Ob Land oder Läute die Brennweite war, wenn man gesund zu Fuß ist kein Problem. Es macht einfach unheimlich viel Spaß mit der Leica Q zu arbeiten und kreativ die eigenen Ideen umzusetzen.

Vielen Dank an die Leica Camera AG, welche uns die Leica Q für einen Test zur Verfügung gestellt hat.

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3 Kommentare

  • Es gab einmal ein grosse Name :Leica..Sogar die Format 24×36 wurde als „leica“ Format benannt..Dann kam es zur digitale Fotographie und ziemlich schnell das Ende für die Firma als Kamerahersteller mit eigenen Modellen..Später als „bundle“ mit Panasonic die Wiedergeburt..Baugleiche Kameras mit „spezial-software (Leica)“ und geringfügigen Unterschiede beim Farbe und roter Punkt..Die „Reichen“ benutzen gerne ein Kamera mit dem roter Punkt..wie die englische Königin und Karl Lagerfeld..Für`s Fussvolk reicht Panasonic vollständig..Es gibts noch Linhof ,Hasselblad ,Horsemann und Noblex; auch die machen gute Fotos..Die Mikroskopie / Geodesie Segment wurde verkauft..die neuen zahlen für`s LoGo Millionenbeiträge jährlich..Das ist Globalisierung a`la Leica 2016

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