Honda Civic Roadtrip zur WTCC nach Monza

Mit Honda zur WTCC nach Monza. Das war der Plan und er wurde am letzten Wochenende in die Tat umgesetzt. Pünktlich am Freitag machten Tom und ich mich auf den rund 930km langen Weg nach Monza. Dort startete die neue Saison der FIA World Touring Car Championship, bei der Honda in diesem Jahr erneut als Werksteam Einstieg und damit zurück in Motorsport. Gemunkelt wurde unter anderem auch über einen erneuten Einstieg in die Formel 1. Allerdings wurde das Gerücht weder kommentiert, noch dementiert. Von daher ist alles offen.

Was ist die WTCC?

Was die WTCC auszeichnet ist der „nahe“ Serienbezug. Nahe in Anführungszeichen, da das Fahrzeug natürlich auf die Anforderungen des Motorsports zugeschnitten ist. Allerdings entspricht die äußere Form weitestgehend dem Serienmodell. Ins Rennen schickte Honda einen Civic, der bereits in der Saison 2012 in drei Rennen erprobt wurde. Und wie könnte es nicht passender sein, machten Tom und ich uns auch mit einem aktuellen Honda Civiv auf den Weg.

Der Honda Civic

Zusammenfassend zu unserem roten Flitzer kann man sagen, dass der Civic ein sehr bequemes und sparsames Reiseauto ist. Auch Tom und ich, mit rund 2.00 und 1.90 m Größe hatten gut Platz im Auto, obwohl die Sitzposition durch den darunter liegenden Tank etwas erhöht war. Ganz besonders gut fanden wir zudem das Panoramadach, was dem Innenraum mehr Licht gibt und es einfach weiter, größer und offener wirken lässt. Auch im Laderaum hat man sich etwas einfallen lasen. Im doppelten Ladeboden kann man gut Kisten und seinen Einkauf verstauen, der dann nicht mehr wie sonst durch den Laderaum fliegt. Im Innenraum lassen sich zudem die Sitze hochklappen, sodass man einen guten Laderaum für hohe und sperrige Gegenstände hat. Laut Presseinformationen sollen hier ganze zwei Räder, mit abmontiertem Vorderrad, hineinpassen. Auch lassen sich die sitze komplett flach legen. Neben diesen positiven Eigenschaften haben wir zudem mit der 2.2 Liter Diesel Maschine einen Verbrauch von unter fünf Litern geschafft.

Tag 1 in Monza

Doch zurück zur WTCC. Samstag war der erste Tag an der Rennstrecke. Neben dem Qualifying der WTCC fanden hier auch noch ein Rennern der FIA F3 European Championchip sowie ein Rennen der AutoGP statt.

Die WTCC war die zweite Motorsport Erfahrung, die ich an einer Rennstrecke hatte. Doch anders als bei der DTM durfte ich diesmal hautnah dabei sein. Tom und ich durften in die Box, das Team kennenlernen und auch sonst waren wir immer hautnah am Geschehen dabei. Und gerade dieser Einblick war mehr als interessant, denn er zeigt ein ganz anderes Bild als das im Fernseher gezeigte. Ich dachte zunächst, dass es während der Pausen recht hektisch in der Box zugeht und die Mechaniker aufgescheucht durch die Gegend rennen und das Auto fürs Rennen vorbereiten.

Doch es war ganz anders. Es war ruhig. Kein Anzeichen von Hektik machte sich breit. Die Arbeiten, die durchgeführt wurden, wurden sehr besonnen gemacht und immer von zwei Personen kontrolliert. Auch die Fahrer liefen ganz entspannt umher und setzten sich zwischendurch auch in die Hospitality zu ihren Familien. Die Atmosphäre war insgesamt sehr locker und entspannt und man fühlte sich wie ein Teil einer Gemeinschaft. Niemand war abgehoben oder lies irgendwelche Star Attitüden raushängen.

Bezogen auf die Hositality gab es auch keine Abtrennung oder Unterscheidung. Ob Mechaniker, Presse oder Rennfahrer. Alle saßen am gleichen Tisch und bekamen dasselbe zu essen. Wie eingangs gesagt, hat man oft bzw. hatte ich ein ganz anderes Bild. Und gerade für diese Erfahrung, die ich mit Honda machen durfte, bin ich sehr dankbar.

Tag 2 in Monza

Der Sonntag stand zunächst unter keinem guten Stern. Schon am Vorabend hatte es leicht angefangen zu regnen und dies hielt auch den ganzen Sonntag an. Die Strecke war nass und der Civic wurde noch nie unter solchen Bedingungen getestet. Aber auch hier blieb die Crew ruhig und versuchte für das Fahrzeug ein bestmögliches Setup zu finden. Dies reichte am Ende für einen verdienten dritten Platz für Gabriele Tarquini im 2. Rennen.

Am zweiten Tag hatten wir uns auch das Auto in der Box einmal genauer angeschaut und cih war erstaunt, wie klein das Sichtfenster des Fahrers ist, da rund 50% der Scheibe oben mit Name und Sponsor beklebt ist. Ich könnte so definitiv kein Auto fahren. Schon alleine von der größte müsste ich mich stark krümmen, um durch den schmalen Schlitz sehen zu können.

Eine Zusammenfassung der zwei Tage und unseren Gang durch die Box findet ihr im folgenden Video.

Zuschauer?

Was insgesamt ein wenig gefehlt hatte bei der WTCC war die Stimmung. Beim Qualifying waren die Tribünen fast komplett leer und auch am Rennsonntag blieb ein Großteil der Plätze unbesetzt. Eigentlich schade, da es dem Event eigentlich nicht gerecht wird und man gerade erst durch die Atmosphäre an der Strecke mitgezogen wird. Auf der Couch daheim, die Rennen werden in Deutschland auf Eurosport übertagen, ist man nur passiver Zuschauer. Aber direkt an der Strecke ist man doch mit wesentlich mehr Emotionen und Sinnen dabei. Auch der Geruch von Benzin und Reifengummi sowie der Motorensound lassen einen viel tiefer in die Rennsituation eintauschen.

Programmablauf

Was meines Erachtens verbessert werden sollte ist der Programmablauf. Das Rennen ist in zwei Rennen unterteilt, die aber rund 90 Minuten auseinander liegen. Klar möchte man hiermit sicherlich die anderen Rennserien promoten, die dazwischen fahren, nur zieht sich die Veranstaltung somit sehr weit in die Länge.

Fazit

Für mich ein mehr als gelungenes Wochenende, das Lust auf mehr macht. Ganz ehrlich muss ich ja sagen, dass ich mir in den letzten Monaten nur noch sehr selten Motorsport auf dem Fernseher angeschaut habe. Jetzt weiß ich auch warum. Es fehlte einfach die Atmosphäre. Ich muss öfter mal an die Strecke, denn macht Motorsport auch wieder mehr Spaß. Der einzige Vorteil vom Fernsehen: Man hat immer alles im Blick.

An dieser Stelle auch noch einmal vielen an Susanne Mickan, stellvertretend für Honda Deutschland und Bjoern Habegger, der das ganze für uns organisiert hat. Ich hoffe man sieht sich bald mal wieder an der Rennstrecke.

Alle Bilder findet ihr wie immer auf meinem Flickr Profil…

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