Kameras für die Hosentasche noch zeitgemäß?

Kameras für die Hosentasche. Waren Canon Ixus oder Casio Exilim vor Jahren noch „State of the Art“ und wahre Verkaufsschlager hat sich mitsamt der Generation Smartphone ein Trend weg von der Hosentaschenkamera entwickelt, die fast jeder heute in Form eben eines Smartphones mit sich trägt. Zudem hat sich die Bandbreite an Kameras weiterentwickelt und Digitale Spiegelreflexkameras sind dank günstigen Einstiegsmodellen wie bspw. die Canon EOS 1200D für fast jeden erschwinglich.

Somit hat sich in diesem Urlaub für uns die Frage gestellt, welche Vorteile Kompaktkameras gerade gegen den größten Konkurrenten Smartphonekamera haben und haben zwei aktuelle Canon Ixus Modelle als Vertreter der Generation mitgenommen. Zum einen die Ixus 155 und zum andern die Ixus 265 HS.

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Vom Formfaktor her hat sich auf den ersten Blick kaum etwas verändert. Die Kameras sind klein, kompakt und handlich, die Funktionstasten auf ein Minimum reduziert, sodass man sofort loslegen kann. Die ersten Bilder sind schnell im Kasten und die Qualität durchweg positiv. Verantwortlich hierfür ist nicht zuletzt der intelligente Auto-Modus, der die meisten Szenen erkennt und situativ die richtigen Einstellungen für Belichtung und Verschlusszeit wählt. Auch bei schwierigen Lichtsituationen wie bspw. Gegenlichtaufnahmen, Nachtaufnahmen und Bewegtbildaufnahmen (gilt nur für die Ixus 265 HS) ist der Output der Kamera recht gut, wobei die 265 HS dank höherer Lichtempfindlichkeit und einem besseren Dynamikumfang noch die etwas besseren Bilder liefert.

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Wer den Func Set Knopf hinten auf der Kamera drückt kann wahlweise auf weitere Einstellungen zugreifen und experimentieren. So stehen bspw. verschiedene Effekte und Modi (Fisheye-Effekt, Miniatur-Effekt, Spielzeugkamera-Effekt, Monochrome, Farbverstärkung, Poster-Effekt, Schnee, Feuerwerk, lange Verschlusszeit) zur Verfügung, mit denen man die Bildwirkung und das Aussehen verändern kann. Bspw. gibt es auch die Möglichkeit eine Über- bzw. Unterbelichtung einzustellen.

Darüber hinaus bietet nur die 265er noch einen Creative Shot Modus, der mit der PowerShot N im letzten Jahr eingeführt wurde. Ihr macht ein Foto und erhaltet am Ende sechs Fotos mit verschiedenen Ausschnitten des Originalfotos sowie verschiedenen Effekten. Ein cooles Feature, das oft ungewöhnliche aber gute Bilder produziert. Ebenso bietet die 265 HS den Tagebuchmodus. Hier werden vor jedem Bild vier Sekunden Video aufgenommen, die man zu einem schönen Video zusammenschneiden kann.

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Wen die oben genannten Features nicht weiter beeindrucken, da sie vielfach auch mit dem Smartphone möglich sind, der wird an dieser Stelle jedoch nicht mehr widersprechen können. Denn eines der unschlagbarsten Argumente für eine Hosentaschenkamera ist der Zoom. Mit 10x bzw. 12x optischem Zoom und einer Brennweite von maximal 240mm sieht jedes Smartphone blass aus, denn diese haben fast alle eine fixe Brennweite und zoomen wenn nur digital ins Bild, was eine Verschlechterung der Bildqualität zur Folge hat. Neben dem optischen Zoom bieten die Ixus natürlich auch die Möglichkeit des Digitalzooms. Zur Veranschaulichung habe ich eine Bildreihe vom maximalen Weitwinkel bis zum maximalen Telebereich hochgeladen.

Die Bildqualität der Kameras, gemessen an dem Sensor, ist ebenfalls durchweg gut, man darf allerdings keine Wunder erwarten, zumindest wenn man es bspw. mit einer Spiegelreflexkamera mit einem sehr großen Sensor vergleicht. Für den normalen Gebrauch und einen hochwertigen Ausdruck bis DIN A3 reicht es aber ohne Probleme. Schaut man beide Kameras im Direktvergleich an, gewinnt die Ixus 265 HS, trotz weniger Megapixel, das Rennen. Das Bild enthält mehr Details, ist schärfer, hat einen höheren Dynamikumfang. Dies resultiert nicht zuletzt aus einem etwas besseren Objektiv gegenüber der Ixus 155.

Was mich in diesem Test noch überrascht hat war die hohe Leuchtstärke der Displays, denn dies war früher und ist heute teilweise immer noch ein großes Problem. Zumeist werden die Kameras im Urlaub verwendet und wenn man dann mal ein Foto machen will erkennt man gar nicht, was man fotografiert, da das Display quasi blind ist. Stellt man allerdings den ECO Modus aus und die Helligkeit auf ein Maximum, kann man hiermit noch sehr gut arbeiten.

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Sind Hosentaschenkameras tot? Nach meiner Auffassung nicht, denn ein Smartphone als Hauptkonkurrent kann sie nicht in allen Belangen ersetzten. Gerade was Objektiv und Zoom angeht sind die Kompaktknipsen weit vorn. Zudem hat sich im Urlaub gezeigt, dass ich unbewusst eher zur Ixus als zu meinem iPhone gegriffen habe, denn das Handling ist einfacher, geht schneller und das Ergebnis ist auch besser. Mit der 265 HS kann ich die Bilder sogar direkt auf mein Smartphone übertragen und dann auch im Web teilen. Was mir gefehlt hat war ein Panoramamodus.

Alle Bilder aus diesem Beitrag wurden mit der Ixus aufgenommen und sind unbearbeitet.

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